Solarlexikon

A: Abk. für Ampere, Einheit der elektrischen Stromstärke

Abschattung: Die auf die Fläche der PV-Anlage auftreffende Sonnenstrahlung wird durch Gegenstände wie z. B. Schornsteine, Satellitenschüsseln oder Bäume vermindert. Der Schattenwurf führt zu Ertragseinbußen der Solaranlage.

Alterung: auch Degradation, Leistungsminderung: Erniedrigung des Wirkungsgrades der Solarzelle mit der Dauer der Sonnenbestrahlung. Tritt in der Regel nur bei amorphen Solarzellen auf. Es ist bekannt, dass eine amorphe Solarzelle nach etwa 1.000 Sonnenstunden einen stabilen Wirkungsgrad erreicht, der dann im Bereich der vom Hersteller angegebenen Nennleistung liegt.

Antireflexschicht: Wenige Millionstel Millimeter dünne transparente Schicht, die Reflexionsverluste bei Solarzellen vermindert und so die Lichtausbeute und damit den Wirkungsgrad erhöht.

Bypass-Diode: Parallel zu einem Zellenstrang geschaltete Diode, die bei Abschattung einzelner (in einer Reihenschaltung verschalteter) Solarzellen den Strom der übrigen Stränge an dieser vorbeileitet.

Degradation: Alterung

Diffuse Strahlung: Von Wolken und anderen Atmosphärepartikeln gestreutes Sonnenlicht, das keine definierte Richtung von der Sonne zum Beobachtungspunkt auf der Erde aufweist.

Direkte Strahlung: Auf direktem Weg von der Sonne zum Beobachtungspunkt auf der Erde einfallende Sonnenstrahlung. Am Beobachtungspunkt addiert sich hierzu die diffuse Strahlung.

Dünnschichttechnologie: Herstellungsverfahren für (dünne) amorphe Solarzellen. Dabei werden mehrere Halbleiterschichten auf ein Substrat (meist Glas) aufgedampft. Der Herstellungsprozess erfolgt also ohne Wafer (kristallines Silizium). Der Vorteil der Dünnschichttechnologie ist der erheblich geringere Energiebedarf  und die im Vergleich zu kristallinem Silizium kostengünstigere Herstellung.

EEG: Abk. für das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Energierücklaufzeit: Der Zeitraum, der nötig ist, bis eine Solaranlage durch Stromerzeugung die Energie erzeugt hat, die für  ihre eigene Herstellung benötigt wurde.

EVU: Abk. für Energieversorgungsunternehmen

Globalstrahlung: Die gesamte Strahlungsenergie der Sonne, die pro Zeiteinheit auf eine horizontale Fläche auf der Erdoberfläche fällt. Die globale Einstrahlung setzt sich aus diffuser Strahlung und direkter Strahlung zusammen. Sie beträgt etwa 1.000 W/m2  bei einem senkrechten Einfall der Sonnenstrahlen. Berücksichtigt man die geographische Lage  und die unterschiedliche Zahl der Sonnenstunden pro Jahr, so beträgt die jährlich eingestrahlte Energie in Deutschland etwa 1.000 kWh/m2  pro Jahr und am Äquator 2.200 kWh/m2  pro Jahr.

Inselsystem: Ein Solarstromsystem, das den erzeugten Strom selbst verbraucht bzw. Speichert und nicht in das öffentliche Stromnetz einspeist. Sinnvoll in abgelegenen Gegenden wie z. B. in den Bergen.

MPP-Tracking: Nachregeln der Leistungsentnahme, so dass eine Solaranlage ständig am Maximum Power Point betrieben und elektrische Leistungsverluste vermieden werden. Gehört zur Ausstattung eines Ladereglers und eines Wechselrichters.

Monokristalline Solarzellen: Monokristalline Solarzellen besitzen eine perfekte, regelmäßige Anordnung der Atome im Kristall über das gesamte Volumen des Materialblocks. Die Wirkungsgrade monokristalliner Solarzellen sind höher als die polykristalliner Solarzellen.

Nachführung: Ein Befestigungssystem, bei dem die Ausrichtung der Solarmodule ständig dem aktuellen Sonnenstand nachgeführt wird, so dass die Sonnenstrahlung senkrecht auf die Solarzelle fällt und so immer einen maximalen Energieertrag garantiert.

Neigungswinkel: Winkel zwischen der Solarzelle und der horizontalen (waagerechten) Orientierung. Je nach Breitengrad des Standortes der Solarstromanlage gibt es unterschiedliche optimale Neigungswinkel.

Nennleistung: maximal mögliche Leistungsabgabe eines Moduls, gemessen bei senkrechter Bestrahlung der Oberfläche und Standard Test Conditions (STC). Wird in Einheiten von Watt-peak (Abk. Wp bzw. kWp für Kilo-Watt-peak) angegeben.

Netzkopplung: Anschluss der Solarstromanlage über einen Wechselrichter an das Netz des Stromversorgers zwecks vollständiger oder teilweiser Einspeisung des photovoltaisch erzeugten Stroms, welcher also nicht selbst verbraucht wird. Netzgekoppelte Solarstromanlagen benötigen keinen Energiespeicher.

Photovoltaisches Prinzip: Es beschreibt die Entstehung einer elektrischen Spannung in einem Halbleiter, einem Farbstoffmolekül oder ähnlichem, wenn bei Einstrahlung von Licht die Ladungsträger angeregt werden. Extrahiert man diese Ladungsträger, so kann man elektrische Energie in Form von Strom gewinnen. Das photovoltaische Prinzip wurde im Jahr 1839 von Becquerel entdeckt.

Polykristallines Silizium: Bezeichnung für Silizium, das in Form von fest miteinander verbundenen, kleinen Einkristallen vorliegt.

Polykristalline (oder multikristalline) Solarzellen: Diese bestehen aus kleinen fest zusammenhängenden Einkristallen, die eine Größe von einigen Millimetern bis Zentimetern haben. Dadurch ist eine einfachere und kostengünstigere Herstellung gegenüber monokristallinen Solarzellen möglich.

Photovoltaik (Abk. PV): Die Technik, mit deren Hilfe Sonnenenergie durch Solarzellen in elektrische Energie (Strom) umgewandelt wird.

Reflexionsverluste: Licht, das von der Oberfläche der Solarzelle reflektiert wird und damit nicht mehr zur Stromerzeugung beitragen kann.

Silizium, Si: Chemisches Element der 4. Hauptgruppe im Periodensystem. Silizium ist der bisher in der Halbleiterindustrie und der Photovoltaik meistverwendete Halbleiter. Den Rohstoff Siliziumdioxid (SiO2 , Quarzsand) gibt es sprichwörtlich wie „Sand am Meer“ in praktisch unbegrenzter Menge. Silizium kann zu  monokristallinem, polykristallinem oder amorphem Silizium weiterverarbeitet werden.

Solarmodul: Ein Solar- oder PV-Modul besteht aus mehreren miteinander verschalteten Solarzellen, die sich zwischen zwei Glasscheiben befinden oder in eine Glasscheiben-Kunststoffkombination eingebettet und vor Witterungseinflüssen geschützt sind. PV-Module werden in einer von Ra Lux entwickelten Rahmen- u. Unterkonstruktion auf dem Dach montiert oder in Glasdachkonstruktionen und Fassaden integriert.

TAB: Abk. für Technische Anschlussbedingungen

V: Abk. für Volt, Einheit der elektrischen Spannung.

W: Abk. für Watt, Einheit der (z. B. elektrischen) Leistung

Wafer: Bezeichnung für eine dünne Scheibe aus Halbleitermaterial. Wird als Trägermaterial zur Herstellung von Computerchips und Solarzellen verwendet. Die Scheiben werden in der Regel aus Halbleiterblöcken gesägt und sind 0,2 bis 0,3 Millimeter dick.

Watt-Peak: (Abk. Wp), Maß für die Leistungsfähigkeit von Solarzellen und Modulen (vgl. Nennleistung). Dabei wird die maximal abgegebene elektrische Leistung bei senkrechter Einstrahlung eines AM 1,5 Sonnenspektrums gemessen.
Modulpreise werden üblicherweise in €/Wp angegeben.

Wechselrichter: Wandelt den Gleichstrom der Solarzelle in Wechselstrom um, der so in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Der Wechselrichter entnimmt der Solarstrom-Anlage die Leistung am Maximum Power Point.